Interview mit Heike Gramkow, Leiterin Marketing & Vertrieb zum Thema Digital Asset Management Systeme

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Ein Interview zu Digital Asset Management Systemen

In der März/April-Ausgabe 2010 des WAN-IFRA Magazine veröffentlichen wir auf den Seiten 26-29 einen Artikel über Digital Asset Management (DAM). Da es in diesem Bereich zahlreiche Anbieter gibt und wir nur begrenzten Druckplatz zur Verfügung haben, können wir nur einen kleinen Teil dessen veröffentlichen, was die einzelnen Provider uns über ihre Lösungen berichtet haben. An dieser Stelle veröffentlichen wir ausgedehnte Interviews mit den Anbietern, damit unsere Leser einen vollständigeren Überblick über deren Angebote erhalten.

Ansprechpartner für picturesafe ist Heike Gramkow, Leitern Vertrieb und Marketing.

WAN-IFRA:
Warum ist Digital Asset Management für Nachrichtenverleger so wichtig?

Heike Gramkow:
Das Veröffentlichen von Nachrichten bedeutet immerhin, zu bewerten, welche  Ereignisse es wert sind, „in den Nachrichten zu erscheinen“. Zu diesem Zweck werden Einzelinformationen zusammengetragen. Die Quellen für Story Starters sind normalerweise Nachrichtenagenturen, TV- und Rundfunksendungen und heutzutage das Internet, das Zugriff auf eine große Vielfalt neuer Quellen bietet.

All diese Beiträge, die heutzutage in der Regel in digitaler Form dargestellt werden, können als Aktivvermögen bezeichnet werden. Deshalb ist es überaus sinnvoll, all diese Artikel zu bündeln und in ein System einzuspeisen.

 

Anwender, also Menschen, die an der Veröffentlichung von Nachrichten arbeiten, können auf diese Weise ihre Hauptquellen mit nur einem einzigen Rechercheprogramm sehr effizient durchsuchen.

Der zweite wesentliche Aspekt ist der Ausbau effizienter Workflow-Modelle. Die de PersGroep (DPP) in Belgien hat mit Hilfe von picturesafe ein hervorragendes Produktionssystem aufgebaut, das alle Schritte von der Integration von Informationsquellen bis hin zu spezialisierten Editor Clients und weiter zu einer nahtlosen Einbindung in das Produktionssystem abdeckt.

Zum Schluss wird ein Verfahren für automatisierte Archivierung ausgelöst. Die tragfähige Grundlage dieses Systems ist ein beständiges und schnelles unternehmensgerechtes DAM mit offenen Schnittstellen zur Verknüpfung aller Workflow-Komponenten und Anwendungen, mit denen Verlage gewöhnlich arbeiten.

Im Wesentlichen ermöglicht ein DAM System wie dio:content das Anpassen eines integrierten, effizienten Produktionssystems, das Arbeitsabläufe und Anwendungen verbindet, die bislang oftmals nur als isolierte Inseln existierten.

WAN-IFRA:
Worin unterscheidet sich DAM von einer Datenbank?

 

Gramkow:
Eine Datenbank ist ein wesentlicher Bestandteil eines DAM Systems. Wie jedes andere System, ist eine „reine“ Datenbank ideal für das Speichern sowie Berechnen und Mischen von Daten jeglicher Art. Ein DAM System ist mehr als eine Datenbank: Erstes Ziel ist, die komfortable Ansicht aller Einzeldaten und ihre Konvertierung in nutzbare Informationen zu ermöglichen. Redakteure wollen meist keine komplexe Datenabfragesprache lernen und nicht mit Befehlszeilenprogrammen arbeiten, daher müssen intuitive Suchschnittstellen eingerichtet werden.

Die Darstellung von Informationen sollte an die Bedürfnisse eines Anwenders angepasst werden können – z. B. Die Suche nach Artikeln: Ziehen Sie es vor, nur die Schlagzeilen zu überfliegen und den gesamten Artikel erst dann zu lesen, wenn Sie die Überschriften interessieren – Bevorzugen Sie es, Abstracts zu lesen, die automatisch vom DAM System erstellt werden? Möchten Sie passende Artikel, Bilder oder Videos mit einem Klick finden? Oder ist es angebrachter, Informationen zu durchsuchen, die bereits nach Themen gruppiert und nach Kategorien sortiert sind? All dies ist DAM-Logik, die Ihnen hilft, gewaltigen Datenströme und -archive in den Griff zu bekommen – und sie in wertvolle Informationen umzuwandeln.

WAN-IFRA:
Welche Vorteile haben Anwender von DAM Systemen?

Gramkow:
Ein DAM System sollte imstande sein, einen Balanceakt zu vollbringen: es gibt verschiedene Anwendertypen. Einige möchten mit ganz einfachen Suchmustern arbeiten, wie „aktuellste Bilder anzeigen“, um ein gutes Bild zu finden, aus dem sie eine Story zusammenstellen können. Andere möchten eher im Archiv nach einem spezifischen Artikel suchen und müssen deshalb weitaus komplexere Suchmuster anwenden.

Beide Gruppen profitieren stark, wenn sie bei ihrer Suche auf zusätzliche, übereinstimmende Informationen aufmerksam gemacht werden, die auf zweckdienliche und nutzerfreundliche Weise sortiert sind.

Des Weiteren sollten DAMs einen praktischen Weg bieten, mit vorhandenen Systemen und Applikationen zu interagieren. Dies bedeutet Einbindung in heterogene IT-Umgebungen, also ist aus der Perspektive der IT-Abteilung eine browserbasierte Lösung wünschenswert.

WAN-IFRA:
Worin besteht die zukünftige Aufgabe von DAM für das Verlagswesen?

Gramkow:
Integration und Aufbereitung.

Integration und Anpassung vorhandener und zukünftiger Informationsquellen. Integration etablierter Programme wie Druckproduktionssysteme oder CMS-System für die Online-Publikation. Gesteuerte Daten werden basierend auf der Produktionslandschaft eines Verlegers automatisch an verschiedene Produktionsabläufe angepasst.

Integration verschiedener Publikationswege wie klassischer Druck, Online-Formate und Teaser-Formate. In diese Kanäle fließende Daten können jetzt gesteuert und an einer zentralen Stelle abgerufen werden.

WAN-IFRA:
Wie lange dauert es nach der Vertragsunterzeichnung ungefähr, bis ein Verlagskunde wie De Persgroep mit dio:content arbeiten kann?

Gramkow:
Um ein integriertes System der vorgegebenen Größe zu implementierten, sollten einige Wochen bis Monate eingeplant werden. Da das DAM in diesem Fall ein Basissystem ist, das  Lücken zwischen vorhandenen Systemen schließt, müssten fast alle Workflows überprüft werden.

Um einen Riesenerfolg zu gewährleisten, der mit dem Erfolg des Systems von DPP vergleichbar ist, werden Anpassungen an das DAM und an vorhandene Komponenten empfohlen. Die Verantwortlichen von DPP haben das Richtige getan, als sie die Integration konsequent durchführten – und das DAM nicht nur als zusätzliches System neben anderen Systemen einführten.

WAN-IFRA:
Wie viel Training brauchen die Mitarbeiter der Publikation, bevor sie dio:content einsetzen können?

Gramkow:
Normalerweise sollte für regelmäßige Anwender wie Redakteure ein Tag ausreichen. Es gehört zur administrativen Vorbereitung, einfache und maßgeschneiderte Umgebungen und Workflows für verschiedene Anwendertypen zu schaffen.

Ferner wird empfohlen, in das Training einiger „Power Users“ zu investieren, die ihre Kollegen später als Tutoren bei der Einführung des Systems in weiteren Abteilungen oder bei zusätzlichen Publikationen begleiten können.

WAN-IFRA:
An welchen Entwicklungen arbeiten Sie zurzeit in diesem Bereich?

Gramkow:
Im Augenblick arbeiten wir an der Optimierung von Schnittstellen auf allen Ebenen. Dazu gehören Anwenderschnittstellen für ein besseres intuitives Arbeiten oder eine bessere Aufbereitung und Darstellung von Informationen.

Standardschnittstellen zu neuen Quellen, die an Relevanz gewinnen (wie bestimmte Blogs oder Social Communities wie Twitter oder Facebook). Zur Erleichterung der Integration zukünftiger Installationen arbeiten wir an Schnittstellen zu herkömmlichen Produktions- und CMS-Systemen.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass Speech-to-Text (STT) auf dem Vormarsch ist. STT wird eine nahtlose Integration von Audio- und Videoformaten ermöglichen.

Dieses Interview führte Brian Veseling, Senior Editor für Publishing, Editorial and General Management und das WAN-IFRA Magazine.

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